Der Monsterbrownie oder: New things get old

2 von - 26. Februar 2014 - Allgemein, Lieblinge

Vor ein paar Tagen sahen wir uns Take This Waltz von Sarah Polley an. Der Film kreist eine lange Zeit um ein eigentlich irgendwie glückliches Paar, deren weiblicher Teil, Margot (gespielt von Michelle Williams, mal wieder die in die Krise geratene Ehefrau), sich trotzdem in den Nachbarn verliebt. Nachdem ich schon dachte, der Film nimmt jetzt ein blödes Ende, geht es nochmal richtig los. Und dann steht plötzlich gar nicht mehr die alte Beziehung im Fokus oder die neue, sondern die Frage nach dem erfüllten Leben. In diesem Fall: erfüllt durch Liebe, Sexualität, Beziehung, Zweisamkeit. Margot muss lernen, dass sich das zweite Leben irgendwie anfühlt wie das erste: New things get old.

Ich habe den Film noch ein bisschen umgewälzt und am nächsten Tag einem guten Freund davon erzählt, der ihn noch nicht gesehen hat. Eine Kollegin hatte morgens Brownies mitgebracht, die ihrer Ansicht nach nicht ganz gelungen waren und so gelangten wir schnell auf die Ebene der Gebäckmetapher: Gibt es den ultimativen Monsterbrownie? Hierzu hat der Film ein weiteres schönes Zitat zu bieten: Life has a gap in it. It just does. You don’t go crazy trying to fill it like some lunatic. Ich fand das ganz überzeugend. Wir sind 40, wir haben das jetzt gelernt. Es gibt mal einen leckeren Muffin, es gibt auch mal ein bisschen Streusel hier und da. Aber den ultimativen Monsterbrownie….

Das Thema ist aber noch nicht durch. Es klebt im Kopf in den letzten Tagen. Wir wollten doch gerade weg von dem: Kompromisse machen. Ich weiß noch nicht, ob das überhaupt geht.

Am Ende des Films sitzt Margot allein im Wagen eines Rollercoasters. Das ist vielleicht das schönste Bild. Die Lücken, die sich auftun, füllen wir am besten selbst.

 

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