The stories that we could have told

6 von - 19. Januar 2014 - Allgemein

Viele von euch haben sich bestimmt schon diesen Slam-Beitrag einer jungen Studentin aus Bremen angesehen. Sie beschreibt darin, was wohl alle von uns kennen und was mich – besonders in den letzten Jahren – auch häufig umgetrieben hat: Wann beginnt denn nun dieses gute Leben, das ich leben wollte? Wann mache ich all die Sachen, die ich immer in mein Notizbüchlein schreibe? Wann setze ich all die guten Ideen um, die ich seit Jahren sammle? Na, nach dem Studium musste ich ja erstmal einen guten Job in der new economy abliefern. Dann, nachdem mir das nicht mehr genug war, habe ich einen neuen Weg eingeschlagen, und dann musste ich erstmal ein gutes Referendariat abliefern. Dann musste ich mich natürlich in meiner Stelle profilieren. Das dauert ja auch ein paar Jahre. Und dann war ich plötzlich fast zehn Jahre im Beruf. Ich hatte nicht in Amsterdam gelebt, ich hatte kein süßes Catering aufgemacht und kein Café mit Blumenladen. Ich war nicht zum Festival auf die Isle of Wight gefahren und auch nicht nach New York.

Bis zum letzten Jahr habe ich so gelebt. Immer in dem Bewusstsein, in mir wartet noch viel  mehr. Aber es muss eben noch warten. Im Frühjahr des letzten Jahres hat sich der Schalter dann umgelegt. Einem Familienmitglied ging es sehr schlecht und hier bei uns gab es so viel Stress, Frust, Dunkelheit. Bis es nicht mehr ging. Ich habe dann, nach vielen Gesprächen mit wichtigen Menschen, begonnen, mich um mich selbst und all die Ideen in mir drin zu kümmern.

Das letzte Jahr war, trotz sehr viel Schmerz und Aufregung, das beste Jahr seit so langer Zeit. Ich habe neue Dinge begonnen, sie konsequent umgesetzt und bin noch dabei, sie umzusetzen. Ich übe ständig, das Leben wieder bewusster anzugucken und finde einen guten Platz für mich auch abseits des Jobs. Das ist nicht immer leicht und selbstverständlich. Besonders im Moment, wo in Hamburg das Licht seit Wochen irgendwie abhanden gekommen scheint, hänge ich auch noch viel  auf dem Sofa, frustriert und unproduktiv.

Aber ich bin auf dem Weg. Es wird bestimmt auch bald wieder heller. Und wenn ich schon sonst nichts schaffe, schnappe ich mir den New York-Reiseführer. Der Flug für März ist gebucht.

2 Kommentare

  • Katja 20. Januar 2014 - 20:27 Wiederholen

    Das alles machst du sowas von richtig!
    Worauf warten? Und das beste: wir haben alle was von deinen tollen Betondingen und den leckersten Pralinen! 🙂

  • Evita 20. Januar 2014 - 22:24 Wiederholen

    Au ja! Sauber, Liebes! Das machst du richtig – und richtig gut vor allem! 🙂 🙂 🙂

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